Heinz Kühn

Heinz Kühn wurde am 18.02.1912 in eine sozialdemokratische Familie hineingeboren. Die Familie lebte im rechtsrheinischen Köln-Mülheim. Dort besuchte er das Realgymnasium.

 

1928 trat Kühn den Roten Falken, der Jugendorganisation der SPD, bei. Mit 18 Jahren wurde er Mitglied der SPD. Nach dem Abitur begann er im Sommer 1931 das Studium der Staatswissenschaften und der Nationalökonomie und gehörte der Vereinigung sozialdemokratischer Studenten an. Nach dem Verbot der Partei verließ Kühn im Mai 1933 Köln und ging ins Exil.

Nach seiner Rückkehr 1945 arbeitete er zuerst als Journalist. Von 1946 bis 1950 war er als Redakteur der Rheinischen Zeitung tätig. In diese Zeit fiel die Wiedergründung der Sozialistischen Bildungsgemeinschaften NRW, die eng mit dem Namen Heinz Kühn verbunden ist. Er war Gründungsmitglied wenn auch deren Anfänge weiter zurückliegen, denn bereits in den 1920er Jahren bis zum Verbot 1933 agierte die Bildungsgemeinschaft bereits.

 

Es begann in Köln 1947: Dort gründete Heinz Kühn eine erste informelle Bildungsgemeinschaft. Bei regelmäßigen Treffen referierte Heinz Kühn über die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung und stellte Willi Eichler ein Forum über den Austausch über Grundsätze eines neuen Parteiprogramms her. In der inhaltlichen Arbeit wurde vor allem politisches Wissen vermittelt, das die Belastungen durch den Nationalsozialismus zu überwinden suchte und demokratisches Bewusstsein erzeugt und stärken wollte.

So wundert es nicht, dass das Weiterbildungsgesetz NRW in seiner Amtszeit auf den Weg gebracht wurde und 1975 in Kraft trat.

1951 wurde schließlich der Zentralausschuss der Sozialistischen Bildungsgemeinschaften e.V. als Landeseinrichtung u.a. von Heinz Kühn, Alfred Nau, Jupp Kapius, Werner Scheerer und Willi Eichler gegründet. 1948 begann Kühn seine Abgeordnetenkarriere, als er in den Landtag von Nordrhein-Westfalen, dem er bis 1954 angehörte, nachrückte. Von 1953 bis zum 9. April 1963 war er Mitglied des Deutschen Bundestages.

Im Juli 1962 kehrte Kühn als Fraktionsvorsitzender der SPD in den nordrhein-westfälischen Landtag zurück, dem er bis 1978 angehörte.

Ebenfalls 1962 wurde er Vorsitzender des SPD-Bezirks Mittelrhein, 1970 erster Landesvorsitzender des neu gegründeten Landesverbandes der SPD in Nordrhein-Westfalen. 1966 bis 1978 war er Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen.

Nach der Zeit als Landtagsabgeordneter blieb er als Mitglied des Europaparlaments (1979 bis 1984) politisch aktiv. Zu seinem siebzigsten Geburtstag machte ihn sein Parteifreund und Amtsnachfolger Johannes Rau zum Namensgeber der 1982 gegründeten Heinz-Kühn-Stiftung, deren Zielsetzung die Förderung begabter Nachwuchsjournalisten aus dem In- und Ausland ist. Kühn selbst war auch Mitglied des Stiftungskuratoriums.

Im Juni 1983 übernahm er nach dem Tod von Alfred Nau den Vorsitz der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), deren stellvertretender Vorsitzender er seit 1970 war. 1987 legte er den Vorsitz aus gesundheitlichen Gründen nieder.

Der politischen Bildung blieb er aber bis zu seinem Tod am 12.03.1992 verbunden.

 

Quellen:

Archiv des Heinz-Kühn-Bildungswerks

Geschichte der sozialistischen Bildungsgemeinschaften, Sven Krajka, 2006

LandtagNRW.de
Bundesarchiv
Europäisches Parlament - Referat Audiovisuelle Medien
Wikipedia.de